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Amor Mundi - trotz alledem...

Autorenbild: Christoph Schram
Christoph Schram
vor 4 Tagen
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen



Wieso unsere Initiative «Amor Mundi» heisst und was Hannah Arendt damit zu tun hat.


«Amor Mundi» ist ein Bildungsprojekt für junge Erwachsene. Gemeinsam wollen wir der «Orientierungskrise» junger Erwachsener etwas entgegensetzen und fragen, wie der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter in Zeiten multipler Krisen gelingen kann.¹ Dieser Initiative einen lateinischen Namen zu geben, scheint altmodisch und unnötig kompliziert. Wir glauben trotzdem, dass er unser Vorhaben auf den Punkt bringt.



Amor Mundi – Liebe zur Welt 


Amor mundi bedeutet «Liebe zur Welt». Für die politische Theoretikerin Hannah Arendt spielte sie eine so grosse Rolle, dass sie ihr Hauptwerk Vita activa oder Vom tätigen Leben ursprünglich mit dem Titel «Amor Mundi» versehen wollte.²


Hannah Arendt im Jahr 1949. Fred Stein Archive/Getty
Hannah Arendt im Jahr 1949. Fred Stein Archive/Getty

«Liebe zur Welt» bedeutet für Arendt, sich trotz allem Schlechten und Bösen, trotz der vermeintlichen Ausweglosigkeit aller Krisen und Katastrophen, nicht von der Welt abzuwenden und nicht in einen Zustand der Ohnmacht zu verfallen. Das bedeutet auch, sich mit Verhältnissen auseinanderzusetzen, die wir selbst nicht eingerichtet haben, und mit Realitäten, die wir gerne anders hätten.


Auch mit einer kaputten Welt gilt es, sich in Beziehung zu setzen und auch in ihr müssen wir handeln und Verantwortung übernehmen.³ Dieses «trotz alledem», das der amor mundi innewohnt, die radikale Konfrontation mit dem, was ist, unterscheidet für Arendt die Weltliebe von der romantischen Liebe. Die romantische Liebe hat für Arendt etwas weltausschliessendes; die Welt soll hier mit ihrem Lärm leise sein. Die Hinwendung zum anderen Menschen wird gerade dann intensiv, wenn die Welt da draussen keine Rolle spielt.⁴


Anders die Weltliebe; sie ermöglicht uns eine Verbindung zwischen uns und der Welt herzustellen; «Die Liebe zur Welt begründet die Welt für mich»,⁵  schreibt Arendt. Erst durch die Zuwendung zur Welt wird die Welt wirklich real und lebendig. Sie ist für Arendt dadurch nicht nur die Voraussetzung einer demokratischen Gesellschaftsordnung, sondern überhaupt die Voraussetzung für ein menschliches Leben in der Welt.



Doppelte Welt(en)


Die Welt, von der Arendt spricht, ist dabei in einem doppelten Sinn zu verstehen. Einerseits geht es um den Planeten, auf dem wir leben und den es zu pflegen und zu erhalten gilt. Für Arendt war klar, dass die Menschen schicksalhaft an den Planeten Erde gebunden sind.⁶ Das Verständnis ihres Weltbegriffs als Erde macht Arendt anschlussfähig an Diskurse der Ökologie und Nachhaltigkeit, die erst nach ihrem Tod richtig Fahrt aufgenommen haben.


Arendt meint aber mit Welt noch etwas anderes: die politischen, sozialen und kulturellen Dinge und Institutionen, die die Generationen vor uns errichtet und uns hinterlassen haben. Sie sind «künstlich», also von Menschen gemacht. Aber wir treffen sie bereits an, wenn wir in sie hineingeboren werden, und sie kommen uns daher fast natürlich vor.⁷ Mit dieser bereits bestehenden Welt und ihren Konsequenzen, ob positiv oder negativ, müssen die jungen Generationen umgehen lernen.


Man darf Arendt an dieser Stelle nicht als Sozialromantikerin missverstehen, die alles verherrlicht, was die Generationen vor uns errichtet haben. Ihre Erfahrungen als Jüdin im Nationalsozialismus, als staatenloser Flüchtling und des Holocausts haben tiefe Spuren in ihrem Denken hinterlassen. Arendt war sich wohl bewusst, dass die bestehenden politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse brüchig sind und jederzeit ins Böse kippen können. Gerade deshalb ist es für sie wichtig, sich ihnen zu widmen und für das Gute, für das Mitdenken und die Weiterentwicklung der Verhältnisse einzustehen. 


Sorglosigkeit oder reine Ohnmacht? Impression aus dem Hitzesommer 2026 ( Maximilien Lamy / AFP)
Sorglosigkeit oder reine Ohnmacht? Impression aus dem Hitzesommer 2026 ( Maximilien Lamy / AFP)

Denn was das Böse möglich macht, ist für Arendt nicht Dämonie, sondern Gedankenlosigkeit, also eine spezifische Form der Passivität; einfach mitzumachen, und nicht weiter darüber nachzudenken, wobei man eigentlich mitmacht.⁸ Die letzte Verteidigungslinie gegen das Böse ist darum das Denken und die Handlungen des Einzelnen – und weil niemand die Welt allein vor dem Abgrund bewahren kann, braucht es den gemeinsamen Beitrag von vielen.⁹ Es ist dieses Verständnis von Verantwortung für die geteilte Welt, welches in ihrer Idee einer Amor mundi zum Ausdruck kommt. 


Die Liebe zur Welt ist nach Arendt also alles andere als romantisch oder naiv, im Gegenteil: Sie ist kritisch, politisch und kreativ und in ihr steckt die Aufforderung zum Denken des Einzelnen und zum gemeinsamen Handeln.¹⁰



Handeln und Erneuerung 


Wenn wir uns dazu entscheiden, die Welt, die wir teilen, gemeinsam zu gestalten, dann bewegen wir uns für Arendt im Bereich des Politischen. Politik ist für sie das, was zwischen Menschen entsteht, wenn sie gemeinsam in die Geschehnisse der Welt eingreifen. Amor Mundi bedeutet also, sich mit den bestehenden Verhältnissen zu konfrontieren, genau hinzusehen, aber dann auch zu handeln.


In diesem Handeln liegt für Arendt nicht die Lösung aller Krisen, wohl aber die Möglichkeit, dass sich etwas ändert. Im weltbezogenen Handeln zeigt sich vor anderen, wer wir sind, was uns wichtig ist und wofür wir einstehen.


In jedem neuen Menschen und in jeder neuen Generation liegt das Potenzial einer Veränderung der bestehenden Verhältnisse. Denn jeder Mensch, der geboren wird, ist einzigartig und bringt prinzipiell etwas mit, das es vorher noch nie gegeben hat. Und somit auch die Fähigkeit, etwas Neues in der Welt zu beginnen. Arendt nennt diese Fähigkeit des Neuanfangs Natalität (Geburtlichkeit). Aus ihr schöpft sie die Zuversicht, dass die Welt nicht bleiben muss, wie sie ist.¹¹


Amor Mundi geht also über eine Theorie der Weltbetrachtung hinaus; sie ist gleichzeitig ein Verständnis von Weltgestaltung, die Individualität und Gemeinschaft in ein wechselseitiges Verhältnis setzt. Erwachsenwerden ist in diesem Sinn ein Neuanfang: Junge Menschen können und müssen selbst als Erwachsene in der Welt beginnen. Deshalb erscheint uns Amor Mundi, gerade in Zeiten, in denen wir uns neuen existentiellen Krisen widmen müssen, als treffender Name für eine Orientierungsinitiative für diese Altersgruppe.



Krise der Orientierung und Orientierung in der Krise


Wer heute erwachsen wird, ist aufgefordert, sich in einer kaputten Welt zurechtzufinden. Dazu gehört auch, sich zu fragen, was man mit dem eigenen Leben anfangen will und wie man mit anderen Menschen zusammenleben will. Orientierung kann daher kein statischer Zustand sein, sondern muss als Fähigkeit verstanden werden, ein lebendiges Verhältnis zwischen Individualität, Mitmenschen und Welt zu begründen und aufrechtzuerhalten. 


Bestehende Lebensformen und Rollenbilder haben dafür an Überzeugungskraft verloren und erschweren es jungen Menschen, ein solches Verhältnis zu etablieren.¹² Die Klimakatastrophe zeigt, dass es kein einfaches «Weiter-so» geben wird. Der technologische Wandel, allen voran die künstliche Intelligenz, verändert die Arbeitswelt so grundlegend, dass niemand mit Überzeugung sagen kann, welche Fähigkeiten junge Menschen heute erlernen sollen, um die Herausforderungen von morgen meistern zu können. Wirtschafts- und Demokratiekrisen schwächen das Vertrauen, dass bestehende Institutionen in der Lage sind, Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Zeit zu formulieren. 


Dazu hat eine Covid-Politik, die überproportional zu Lasten junger Generationen organisiert war, Folgen in der sozialen und psychischen Struktur von jungen Menschen hinterlassen. Psychische Belastungen haben bei jungen Menschen in der Schweiz schon vor der Pandemie zugenommen und sich während der Pandemie weiter verschärft: Rund ein Fünftel der 16- bis 25-Jährigen berichtet heute von mittelschweren bis schweren depressiven Symptomen, junge Frauen besonders häufig.¹³



In dieser Gemengelage erwachsen zu werden, ist eine grosse Herausforderung und für viele eine Überforderung. Die naheliegenden Reaktionen – Rückzug ins Private, in digitale Räume oder in die Selbstoptimierung – sind genau jene Weltlosigkeit, vor der Arendt warnt: der Verlust einer geteilten Welt, die wir gemeinsam gestalten können. Die Algorithmen sozialer Medien, die auf Suchtverhalten zielen und vor denen junge Menschen kaum geschützt werden, verstärken diesen Weltverlust.¹⁴


Deswegen ist die Orientierungskrise junger Menschen kein privates Problem, sondern eines, das uns alle angeht. Deswegen haben wir Amor Mundi gegründet. Amor Mundi ist keine weitere Laufbahnberatung, die fragt: Wie passe ich meine Persönlichkeit am besten an die Anforderungen des bestehenden Bildungs- und Berufssystems an? Wenn das Bestehende brüchig wird, führt diese Frage sowieso nicht weit. Uns geht es um andere Fragen: Wer will ich sein? Was braucht die Welt heute von mir? Wie kann ich mich einbringen? Wofür möchte ich stehen? 

Solche Fragen können durch Wissensvermittlung nicht beantwortet werden. Es braucht viel eher Räume ohne vordefinierte Zwecke und ohne Leistungsdruck: zum Nachdenken, zur Begegnung mit Andersdenkenden und zum experimentellen Umgang mit Handlungsweisen und Gemeinschaftsformen.


Hannah Arendt liefert für ein solches Vorhaben keine pädagogische Theorie, geschweige denn ein fertiges Handbuch. Es ist die Aufgabe des Projektes Amor Mundi, auf die psycho-kulturellen, politischen und sozialen Herausforderungen der aktuellen Zeit zu reagieren. Eine Denkerin aus dem 20. Jahrhundert kann dabei hilfreiche Hinweise geben, uns aber niemals eigene Denkleistungen abnehmen. Deswegen gilt auch für uns Amor Mundi, trotz alledem!



Quellen


1.          Der Begriff „Orientierungskrise“ wird hier synonym zum Konzept der „Permakrise“ verwendet. Dieses beschreibt, wie eine Dauerschleife globaler Krisen jungen Menschen die Zukunftszuversicht raubt und zu massiven psychischen Belastungen führt. Siehe dazu: Global Coalition for Youth Mental Health & UNICEF (2025): Understanding the Mental Health - Impact of Global Challenges on Gen Z. Online verfügbar unter: unicef.ch.


2.          «Ich habe so spät – eigentlich erst in den letzten Jahren – begonnen, die Welt wahrhaft zu lieben … Aus Dankbarkeit möchte ich mein Buch über politische Theorien «Amor Mundi» nennen.» Hannah Arendt in einem Brief an den Philosophen Karl Jaspers, in: L. Köhler/H. Saner (Eds.), Hannah Arendt. Karl Jaspers. Briefwechsel 1926-1969, München 1987, S. 301. ↑ nach oben


3.          Hannah Arendt: «Die Krise in der Erziehung» (1958). ↑ nach oben


4.          «Liebe zum Beispiel, im Gegensatz zur Freundschaft, kann eine öffentliche Zur-Schaustellung schlechterdings nicht überleben. (‹Willst du dein Herz mir schenken, so fang es heimlich an.›  «Never seek to tell thy love / Love that never told can be.») Wegen der ihr inhärenten Weltlosigkeit muten uns daher auch alle Versuche, die Welt durch Liebe zu ändern oder zu retten, als hoffnungslos verlogen an.» Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München: Piper 1981, S. 51. ↑ nach oben


5.          Hannah Arendt: Über das Böse. Eine Vorlesung zu Fragen der Ethik, 4. Aufl., München: Piper 2010, S. 165. ↑ nach oben



6.          «Denn wie auch immer es um ‹die Stellung des Menschen im Kosmos›  bestellt sein mag, die Erde und die irdische Natur scheinen zumindest insofern einzigartig im Weltall zu sein, als sie solchen Wesen, wie Menschen es sind, die Bedingungen bereitstellen, unter denen sie ohne Umstände und ohne auf von ihnen selbst ersonnene Mittel angewiesen zu sein, leben und sich bewegen und atmen können. Die Welt als ein Gebilde von Menschenhand ist, im Unterschied zur tierischen Umwelt, der Natur nicht absolut verpflichtet, aber das Leben als solches geht in dieser künstlichen Welt nie ganz und gar ein, wie es auch nie ganz und gar in ihr aufgehen kann; als ein lebendes Wesen bleibt der Mensch dem Reich des Lebendigen verhaftet, von dem er sich doch dauernd auf eine künstliche, von ihm selbst errichtete Welt hin entfernt.» Arendt: Vita activa, S. 8.


7.          «Das Herstellen produziert eine künstliche Welt von Dingen, die sich den Naturdingen nicht einfach zugesellen, sondern sich von ihnen dadurch unterscheiden, dass sie der Natur zu einem gewissen Grade widerstehen und von den lebendigen Prozessen nicht einfach zerrieben werden. In dieser Dingwelt ist menschliches Leben zuhause, das von Natur in der Natur heimatlos ist; und die Welt bietet Menschen eine Heimat in dem Masse, in dem sie Leben überdauert, ihm widersteht und als objektiv-gegenständlich gegenübertritt.» Arendt: Vita activa, S. 14. ↑ nach oben


8.          Vgl. Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. München: Piper 2022. ↑ nach oben


9.    Eva von Redecker: Gravitation zum Guten. Hannah Arendts Moralphilosophie, Berlin: Lukas Verlag 2013. S. 103-119 ↑ nach oben


10.    «Der Bereich, in dem menschliche Angelegenheiten vor sich gehen, besteht in einem Bezugssystem, das sich überall bildet, wo Menschen zusammenkommen. Da Menschen nicht von Ungefähr in die Welt geworfen werden, sondern von Menschen in eine schon bestehende Menschenwelt geboren werden, geht das Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten allem einzelnen Handeln und Sprechen voraus, sodass sowohl die Enthüllung des Neuankömmlings durch das Sprechen wie der Neuanfang, den das Handeln setzt, wie Fäden sind, die in ein bereits vorgewebtes Muster geschlagen werden und das Gewebe so verändern, wie sie ihrerseits alle Lebensfäden, mit denen sie innerhalb des Gewebes in Berührung kommen, auf einmalige Weise affizieren. Sind die Fäden erst zu Ende gesponnen, so ergeben sie wieder klar erkennbare Muster, bzw. sind als Lebensgeschichten erzählbar.» Arendt: Vita activa, S. 174 ↑ nach oben


11.    Vgl. Arendt: Vita activa, S. 167–168. ↑ nach oben


12.    Zum Begriff der «Meaning Crisis» (Sinnkrise): John Vervaeke: Awakening from the Meaning Crisis, 50-teilige Vorlesungsreihe, University of Toronto 2019, besonders Episode 1 («Introduction»), https://meaningcrisis.co/episode-1-introduction/. Vervaeke versteht die Sinnkrise als historisch, kulturell und kognitiv verwurzelte Krise, die den Bezug zur Welt, zu den Mitmenschen und zu sich selbst betrifft, und nicht bloss als Folge von sozialen Medien, Politik oder Wirtschaft. ↑ nach oben


13.    Laut dem Nationalen Gesundheitsbericht 2025 berichtet rund ein Fünftel der 16- bis 25-Jährigen von mittelschweren bis schweren depressiven Symptomen, besonders häufig junge Frauen; seit 2017 haben Symptome von Depression und generalisierten Angststörungen zugenommen. Gut die Hälfte der jungen Frauen und ein Drittel der jungen Männer dieser Altersgruppe empfinden zudem geringe Kontrollüberzeugungen sowie niedrige Energie und Vitalität. Vgl. Agnes von Wyl, Frank Wieber, Katrin Braune-Krickau, Michael P. Hengartner: «Die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen», in: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan) (Hg.): Psychische Gesundheit in der Schweiz. Nationaler Gesundheitsbericht 2025, Neuchâtel: Obsan 2025, Kap. 2. Ergänzend: C. Peter, A. Tuch, D. Schuler: Psychische Gesundheit – Erhebung Herbst 2022 (Obsan Bericht 03/2023), Neuchâtel: Obsan 2023 (17 % der 15- bis 24-Jährigen mit mittleren bis schweren Angstsymptomen, gegenüber 9 % in der Gesamtbevölkerung). Zur Entwicklung während der Pandemie: COPSY-Studie (Child Outcomes in Psychology) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Deutschland (Anteil psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen: rund 18 % vor der Pandemie, bis zu 31 % während der Lockdowns, 23 % im Herbst 2025). Vgl. Ulrike Ravens-Sieberer et al.: «Seelische Gesundheit und psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen in der ersten Welle der COVID-19-Pandemie – Ergebnisse der COPSY-Studie», in: Bundesgesundheitsblatt 2021, https://doi.org/10.1007/s00103-021-03291-3; aktuelle Werte: UKE, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, COPSY-Studie, 8. Befragungsrunde (Herbst 2025). Für die Schweiz im Herbst 2020: sotomo / SRG SSR: 5. SRG Corona-Monitor, Studienbericht vom 6.11.2020 (Erhebung 23.10.–2.11.2020, n = 42’425), S. 61. ↑ nach oben


14.    Am 25. März 2026 befand eine Jury am Los Angeles County Superior Court im ersten Pilotverfahren (JCCP Nr. 5255, K.G.M. gegen Meta Platforms und YouTube), dass Meta und YouTube ihre Plattformen fahrlässig gestaltet haben. Laut Urteil wurden die Plattformen bewusst so gebaut, dass sie Kinder und Jugendliche abhängig machen, und damit ein wesentlicher Faktor für die Depression und Angststörung der Klägerin waren. Die Jury sprach ihr insgesamt 6 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Meta hat angekündigt, das Urteil anzufechten; es ist zum Zeitpunkt der Publikation dieses Beitrages am 11.10.2026 noch nicht rechtskräftig. Vgl. Meta Platforms, Inc.: Form 10-Q, Quartal 1/2026; NPR: «Jury finds Meta and Google negligent in social media harms trial», 25.3.2026. ↑ nach oben

 
 
 

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